Young and wild and free!

Trotz der heutzutage eigenartig anmutenden, jedoch damals absolut üblichen Namensgebung Elisabeth Amalie Eugènie, stehen einem kleinen Mädchen am 24.12.1837 alle Zeichen auf Glück. Es ist nicht nur Weihnachtsgeschenk und Sonntagskind, sondern lächelt seinen Eltern bereits nach der Geburt mit einem Zähnchen entgegen. Abergläubisch, wie man damals ist, hält man das für ein gutes Omen.

Also alles gut? Fast. Papa, Herzog Max von Bayern, ist ein Revoluzzer. Prinzipiell ja nichts Schlechtes, aber Mama, Herzogin Ludovika, die jüngste Tochter des bayrischen Königs, ist eher traditionell und kann mit den demokratischen Philosophien, die Papa von seinen Freunden – alles Künstler und Bürgerliche – hat, halt so gar nix anfangen. Außerdem wollte sie ihn ja sowieso nicht heiraten. Aber damals muss man eben mit dem leben, was die Eltern für einen entscheiden. Das Resultat: Der Max lebt sich aus, steht zu seinen Gspusis und zu seinen unehelichen Kindern. Die liebt er nämlich wirklich. Das ist aber auch schon das Einzige, was er mit der bodenständigen Ludovika gemeinsam hat.

Genau diese Liebe erfährt das kleine Mädchen hautnah. Wärme und Akzeptanz schenken ihm eine wunderschöne, von Freiheit geprägte Kindheit, die es mit seinen sieben Geschwistern genießt. Das kleine Mädchen, das der Einfachheit halber Sisi genannt wird, ist ein Papakind. Ein Freigeist wie er, übernimmt sie seine Ansichten. Sisi ist verträumt. Sie liebt die Natur und ist gern draußen. Eine künstlerische Ader? Ja hat sie auch. Fürs Schreiben hat Sisi ein Händchen. Besonders gern dichtet sie.

Wäre Sisi auf Instagram gewesen? Schwer zu sagen. Sie ist zwar schüchtern, hat aber auch einen Hang zur Selbstinszenierung. Gräfin Irene Paumgarten ist auf alle Fälle ihre beste Freundin. Die bleibt ihr ein Leben lang erhalten, genauso wie ihre Liebe zu Freiheit, Kunst, Natur und Schönheit.